Thursday, February 10, 2011

alte zeiten...

weiter gehts in der rubrik früher war alles besser...kritik mediale dauerbeschallung, 24 stunden-erreichbarkeit:

es hat zwar nichts genützt, aber ich gehörte zu den letzten leuten in meinem umkreis, die sich ein handy zugelegt hatten. wie ich dazu gekommen bin, ist fast eine dramatische geschichte, wenn ich nicht wieder die pointe versauen würde.
ich glaube, ich war so 19, jedenfalls hatte meine schwester schon einen führerschein und ich wohnte noch ländlich. hab mich von irgendeinem familienmitglied zum besten skateplatz (weil größte fläche und eher selten spuckende gangster am rand) fahren lassen; in sulingen, ca 17. km von zuhause weg. deal war meine schwester, die ebenfalls in der "stadt" zu tun hatte, holt mich zwei stunden später an einem treffpunkt in der nähe ab. ich roll meine runden, gehe zum treffpunkt und...warte...halbe stunde, stunde, zwischendurch zurück zum skateparrk, vielleicht haben wir uns falls abgesprochen, wieder zurück, hin und her laufen, kein bargeld dabei (für telefonzellen, die es heute nicht mehr gibt und später nur noch mit karte funktionierten...) und zu feige, damals, heute bestimmt auch noch, um irgendwo um ein telefon zu erbitten. nach zwei stunden seh ich unser auto, verpasst voher, whatever. danach stand jedenfalls fest, ein handy hätte mich gerettet, ich brauch eins...
mittlerweile hab ich ja dank argentinien schon meinen ersten entzug hinter mir (handy am zweiten tag verloren, nach dem fünften aufgehört es zu vermissen und es immer noch hin und wieder zu hause lassen können...), bin aber trotzdem nach jeder reise froh endlich wieder mails abzurufen und zuhause wohl immer online....besondere anfälligkeit für soziale netzwerke...
ich habe da so einen verdacht: es wird immer schwieriger, sich zu verabreden.
da man eh den ganzen tag im kontakt steht, ist das gefühl sich treffen zu müssen/wollen/...nicht mehr so dringend. außerdem ist es viel leichter, abzusagen und sich neu zu verabreden (was ich mit meiner sporadischen, spontanen sozialphobie wirklich gut kann. mir kommt das alles sehr beliebig, sehr unverbindlich, besser gesagt niedrigschwellig vor. alles immer bis zum letzten moment offen halten und am besten alles bzw. alle unter einen hut bringen. geht im netz doch auch. früher (wo natürlich alles besser war...) ging das nicht; war man verabredet, dann war man verabredet, weil absagen ging ja nur solange, bis der andere losgegangen ist. oder...?
meinem gefühl von freiheit kommt die non-stopp-erreichbarkeit ganz gelegen. so kann ich immer bescheid geben, dass ich heute echt nicht mehr rausgehen mag, aber morgen können wir uns gerne treffen....

schön, dass ich jetzt schon vollkommen fest meinen kurzausflug nach barcelona ende des monats gebucht habe...bei so manchen sachen funktioniert das ja ganz gut!

solemn league - the beach

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